Fachtag 2007

"Werte in der Erziehung - Richtschnur oder Hemmschuh?"

v.l.n.r.: Dr. Sthephanie Saleth, Susanne Stöcklin-Meier, Angela Rabe, Paula Honkanen-Schoberth, Prof. Dr. Heinrich Kupffer, Jürgen Spielkamp v.l.n.r.: Dr. Sthephanie Saleth, Susanne Stöcklin-Meier, Angela Rabe, Paula Honkanen-Schoberth, Prof. Dr. Heinrich Kupffer, Jürgen Spielkamp

Der Kreisverband des Kinderschutzbundes Heidenheim lud am 19. Oktober zum pädagogischen Fachtag ins Kommunikationszentrum der Paul Hartmann AG ein. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den 1. Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Heidenheim, Herrn Spielkamp, eröffnete Professor Heinrich Kupffer (Berlin) die Vortragsreihe mit seinem Referat: Hoffnung oder Selbsttäuschung - Die Sehnsucht nach Werten in der Erziehung.Er warnte vor der Illusion einer intellektuellen "Lehrbarkeit" von Werten, wies stattdessen auf die Notwendigkeit für die Erzieher hin, Vorbild zu sein und über persönliche Beziehungen Werte zu vermitteln.


Anschließend beschäftigte sich Frau Dr. Stephanie Saleth vom Statistischen Landesamt mit Ergebnissen der Werteforschung. Anhand des Zahlenmaterials konnte sie zeigen, dass bei Kindern familiäre Werte
nach wie vor hoch im Kurs stehen, gleichzeitig aber neben konservativen Werten moderne stehen. Saleth zeigte auch Probleme der Kinder auf, z.B. die hohe Beeinflussung durch Medien oder zu geringe Möglichkeiten, Werte in den Familien zu erleben. Daraus leitete sie die Notwendigkeit ab, die
Erziehungskompetenzen der Eltern zu erhöhen sowie bestimmte Erziehungsgrundsätze zu befolgen.


Die nachfolgende Referentin, die schweizer Pädagogin Susanne Stöcklin-Meier, trug aus ihrem aktuellen Buch "Was im Leben wirklich zählt - Mit Kindern Werte entdecken" einige Gedanken vor, die sie mit Ergebnissen der Hirnforschung belegte. So konnte sie zeigen, dass die Vermittlung von Werten ohne Sprache unmöglich ist. Sie machte die Wichtigkeit von Zuwendung deutlich sowie die Notwendigkeit und Chance, den Kindern über den Nachahmungstrieb täglich werthaltiges Leben erfahrbar zu machen.

 

Als letzte Referentin erläuterte die Familientherapeutin Paula Honkanen-Schoberth vom Bundesverband des Kinderschutzbundes die Ziele und Vorgehensweisen des Elternkurses "Starke Eltern - Starke Kinder" mit
vielen Beispielen aus der Praxis.


Der Fachtag wurde durch eine Podiumsdiskussion abgeschlossen. Außer den Referenten saßen noch Frau Sandra Erb vom Landratsamt sowie 2 Zehntklässler der Robert-Bosch Realschule auf dem Podium.
Unter der Leitung von Professor Hummel von der Berufsakademie Heidenheim vertieften sie die Ergebnisse des Fachtages mit einem Ausblick auf zukünftige Aufgaben und Erfordernisse.


Quelle: Heidenheimer Zeitung, 27.10.07

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